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Montag, den 29. November 2010 um 15:17 Uhr |
Es war in der U-8, in der Nacht zu Hallowen so zwischen eins und halb zwei. Eingestiegen war ich am Kotti, Richtung Hermannstraße, holte ein Buch raus und begann zu lesen. Zuerst überkam mich ein Kicheranfall, der sich schnell auswuchs. Ich las, lachte lauthals auf, las weiter und mit dem Lachanfall wurde es immer schlimmer, zumal sich zu dem Lachen noch ein ganz gewöhnlcher Hustenanfall gesellte. Ich muss fürchterlich vor mich hingeprustet haben, denn das gesamte Zugabteil starrte mich irgendwann an, halb entsetzt, halb belustigt.
Das für meinen Anfall verantwortliche Buch trägt den Titel „Auf die Zwölf“, geschrieben hat es Anton Waldt, verlegt wird es von Verbrechern.
Es sind gesammelte Kurzgeschichten, die allesamt bereits veröffentlich wurden. In den Jahren 1998 bis 1999 erschienen sie in dem Blättchen „partysan“, der Rest aus den Jahren 2004 bis 2006 auf Flyern des „Berghains“.
„Tom frühstückt Schnapsmüsli und Acidwurst. Tom ist Raver. Tom nimmt Drogen. Tom säuft. Tom ist immer geil.“ So heisst es in dem Kurztext zum Buch und kürzer und besser kann man die Stories überhaupt nicht zusammenfassen. Es geht also um Clubbing, um Techno und ums ganze Leben. Um nichts weniger.
Und lehrreich ist das alles auch. So wird zum Beispiel der Unterschied zwischen „Volldepp“ und „voll deep“ geklärt. Und das geht so: Tom beschließt, einer verdammten Hippiesau die Fresse zu polieren. Zu diesem Zweck sucht er die Hippiewohngemeinschaft im Haus auf. Die Tür wird von einem Mädchen mit eindrucksvollen Hupen geöffnet. Kurz und gut, das Mädchen will ne schnelle Nummer, bläst Tom den Verstand weg, lässt sich prima im Doggy-Stil ficken und dreht gleichzeitig auch noch Riesentüten. Und weise ist sie auch: „Die Welt reduziert sich auf deinen Schwanz in meiner Pussy – ne warte: Die Welt ist dein Schwanz in meiner Pussy. Wenn du dich voll konzentrierst, kannst du auch einen Stein ficken…“ Nach ein paar weiteren Joints und ein bisschen Fickerei verabschiedet sich Tom, um die gerade gelernte fernöstlichen Weisheiten direkt zu probieren. Er kommt an einer Baustelle vorbei, fackelt ein komplettes Päckchen Räucherstäbchen ab, zieht noch ne Tüte durch und versucht, erst einen Marmorblock zu vögeln und dann eine Betonmischmaschine…
So oder ähnlich sind die Stories aufgebaut und immer ist das drin, was praktisch der gesamten deutschen Gegenwartsliteratur völlig abgeht: Distanz und Ironie. Das, was der Waldt da macht, ist wirklich große Literatur, es ist mit das Beste, was ich in den vergangenen 20 Jahren an deutschsprachiger Bellestrik in den Händen hielt. Waldts Buch steht neben dem Schernikaubuch „L“, ein paar Titel von Dietmar Dath und „Der Barbier von Bebra“ von Wiglaf Droste als Solitär in der hiesigen Buchlandschaft.
Dafür ein herzlich Dankeschön!
Anton Waldt Auf die Zwölf Berlin 2010 Verbrecherverlag Berlin 13,-€ |
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Montag, den 29. November 2010 um 14:40 Uhr |
Auch in Berlin sieht man die Baustellen alle Naselang. Da werden an Häusern ziemlich große und dicke Kunststoffteile ausgeladen, gestapelt und irgendwann von Bauarbeitern an Hausfassaden geklebt. Harmlose Schmargendorfer Siedlungsbauten wandeln sich zu Festungen, aus den Fenstern und Türen werden in jedem Falle Schießscharten. Das alles ist angeblich Öko, weil heizkostensparend, damit energiesparend und damit gut. Außer mir scheint sich bisher keiner die Frage gestellt zu haben, wieviel Öl zur Produktion des Kunststoffes verbraucht wird, vermutlich wesentlich mehr, als an Heizöl überhaupt gespart werden kann. Und da die Platten selbst mit einem stumpfen Messer leicht zu malträtieren sind, kam dann irgendwann die Frage von mir an einen der beteiligten Bauarbeiter: „Sagen Sie mal, was schätzen Sie, wie sieht die Wand in zehn Jahren aus?“ Die Antwort war ein Grinsen, Schulterzucken und der Spruch: „In zehn Jahren? Da hab ich viel zu tun.“ Ach so, wer sich für das Thema interessiert: Die „Frankfurter Allgemeine“ hat einen schönen Beitrag veröffentlich. Hier ist der Link |
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Der Imperator der Milchstraße verfügt: |
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Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 15:02 Uhr |
- Jede Hinrichtung findet öffentlich statt und ist live auf allen irdischen Fernsehkanälen zu übertragen. Der Vorgang ist ausschließlich in finnischer Sprache zu kommentieren. Suomi rules!
- Das Übersetzen von Gedichten wird hiermit strengstens verboten.
- Bei allen Textprogrammen dieses Erdballs ist die automatische Rechtschreibprüfung zu deaktivieren.
Zuwiderhandlungen ziehen unweigerlich die Todesstrafe nach sich. Die Strafe wird durch öffentliche Verbrennung vollstreckt. |
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Der Imperator der Milchstraße verfügt: |
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Dienstag, den 05. Oktober 2010 um 15:02 Uhr |
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- Blind machos und sexy bitches des gesamten Erdballs sind mit sofortiger Wirkung zu vaporisieren. |
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